Vorstellung von MANEO

Seit 17 Jahren besteht unser Berliner Projekt MANEO – SCHWULES ÜBERFALLTELEFON UND OPFERHILFE von Mann-O-Meter e.V.

MANEO ist das erfahrendste und bedeutendste schwule Anti-Gewalt-Projekt in Deutschland. MANEO ist in drei zentralen Arbeitsbereichen tätig.

Zu unseren zentralen Arbeitsbereichen gehört die Opferhilfearbeit – jährlich werden über 300 Betroffene beraten –, die Erfassungsarbeit von Gewalttaten zum Nachteil von Schwulen und die gewaltpräventive Öffentlichkeitsarbeit.

Mit Hilfe unserer gewaltpräventiven Öffentlichkeitsarbeit wirken wir tief in die Gesellschaft hinein und verdeutlichen, dass es nach wie vor eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist, emanzipatorische Aufklärungsarbeit zu leisten, um Homophobie und Gewalt gegen Schwule zu überwinden.

Unser Projekt MANEO hat in den letzten 17 Jahren zahlreiche, bundesweit einzigartige Initiativen und Projekte initiiert, wofür wir 1999 den Mete-Eksi-Preis und 2001 den CSD-Preis für Zivilcourage erhielten.

Im Jahr 2003 würdigte die Landeskommission Berlin gegen Gewalt die besondere Bedeutung unsers Projektes für die Gewaltpräventionsarbeit in Berlin.

Zu unseren bedeutendsten Projekten zählen u.a.:

- das erste Bundestreffen mit Vertretern schwuler Organisationen und der Polizei (1992)

- die Gründung des bundesweiten Dachverbands „Arbeitskreis der Opferhilfen in der Bundesrepublik Deutschland e.V.” (1992)

- die Entwicklung und Organisation des „Lesbisch-Schwulen Stadtfest Berlin“ (1993-1998)

- die Entwicklung des „Präventions- und Ausgleichsfonds Tempelhof-Schöneberg“ (2000)

- die Organisation des bundesweiten Fachtages „Männer als Opfer von Gewalt“ (2000)

- die Gründung des „Arbeitskreis der Schwulen Überfalltelefone und schwulen Antigewaltprojekte in Deutschland“ (2002)

- die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe der Berliner Justizsenatsverwaltung zur Einrichtung des Zeugenzimmers am Landgericht Berlin (2003)

Im Jahr 2004 haben wir mit der „KPH – Kampania Przeciw Homofobii“ (Kampagne gegen Homophobie) und der „Stiftung für Gleichberechtigung“ (Fundacja Rownosci) in Polen und 2005 mit „SOS-Homophobie“ in Frankreich eine Partnerschaft geschlossen, um zukünftig enger zusammenzuarbeiten.

Im gleichen Jahr gründeten wir in Berlin das Projekt „Schwules Weimarer Dreieck“. In Berlin und bundesweit sind wir eingebunden in zahlreiche Netzwerke von Opferhilfeberatungsstellen und Antigewaltprojekten.


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Die MANEO-Toleranz Kampagne

Gewalttaten gegen Schwule ereignen sich nach wie vor in Berlin und fordern regelmäßig Polizei und Justiz heraus. Wir erleben mit Blick auf die gegebenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unterschiedliche Einstellungen gegenüber Homosexuellen.

Einerseits schützen rechtliche Rahmenbedingungen in unserem Land Homosexuelle vor Ausgrenzung und sanktionieren Gewaltstraftaten, andererseits zählen diskriminierende Äußerungen wie "schwule Sau" zu Alltagserfahrungen von vielen Menschen.

Die finanzielle Ausstattung unseres Projekts reicht seit Jahren nicht mehr dazu aus, um unsere Öffentlichkeitsarbeit auf die Veränderungen der Stadt und der Szenen angemessen auszurichten. Die Stadt wie auch die schwulen Szenen haben in den letzten Jahren Veränderungen erlebt. Dazu beigetragen haben Zuzug, Migration und Tourismus.

Wir erfahren in unserer Arbeit, dass viele Betroffene, sowohl Opfer als auch Zeugen von Gewalttaten, weder unsere Angebote noch unsere Arbeit kennen. Daraus folgt, dass viele Betroffene weder den Weg zu uns, noch zur Polizei finden. Deshalb zielt unsere Informationskampagne darauf, Wissen über unsere Arbeit und unsere Angebote zu verbreiten. Die letzte große "Aufmerksamkeitskampagne", die Maneo durchgeführt hatte, erfolgte vor nunmehr 10 Jahren.

Ab 2006 wollen wir für die Dauer von 3 Jahren eine Informationskampagne in Berlin beginnen, die gezielt schwulenfeindlichen Gewalt zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit führt. Wir richten einerseits den Blick auf die schwulen Szenen und machen die Angebote von Maneo bekannt. Über die gesamte Breite der Szenen wird dafür geworben, Gewalt und Diskriminierung nicht zu akzeptieren und Fälle zu melden.

Wir informieren über Aufgaben und Ziele von Maneo. Wir berücksichtigen, dass sich unter den Besuchern und Nutzern der Szeneangebote viele Touristen befinden. Deshalb werden wir Informationsmaterial in mehreren Sprachen verbreiten. Andererseits richten wir den Fokus auf die allgemeine Öffentlichkeit und sorgen dafür, dass schwulenfeindliche Gewalt sichtbar und verurteilt wird.

Wir wenden uns dabei sowohl an die in Berlin lebende Öffentlichkeit und vermitteln, dass errungene bürgerliche Freiheiten geschützt werden und deshalb schwulenfeindliche Gewalt keinen Platz in unserer Mitte hat. Wir wenden uns außerdem an Berlin-Besucher und verdeutlichen, dass Berlin eine tolerante und weltoffene Stadt ist, wo Ausgrenzung und Gewalt von homosexuellen Männern nicht akzeptiert wird. Weil Berlin 2006 aufgrund der Fußballweltmeisterschaft im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit steht, erhält Berlin hier eine herausragende Chance, diese Ziele offensiv zu vertreten.

Die vorgesehene Förderungsdauer unserer Kampagne erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Maßnahme soll im April 2006 beginnen und im März 2009 abgeschlossen sein. Es ist Ziel unserer Kampagne, einzelne Projektbausteine, die mit Hilfe unserer Kampagne begonnen und umgesetzt werden können, durch Gewinnung neuer Sponsoren und neuer Partner zu optimieren und gleichsam über den geförderten Zeitraum hinweg fortzusetzen.

Zu den Projektbausteinen zählen u.a.: Erstellung von Informationsmaterial für die schwulen Szenen, Pressearbeit und Anzeigen in schwulen Medien, Aktionen zur Wahrnehmungssteigerung von Maneo, Veranstaltungen und Öffentliche Diskussionsforen, Publikationen und eine Umfrage zur schwulenfeindlichen Gewalt in Berlin.


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DKLB Maneo