Die MANEO-Toleranz Kampagne

Gewalttaten gegen Schwule ereignen sich nach wie vor in Berlin und fordern regelmäßig Polizei und Justiz heraus. Wir erleben mit Blick auf die gegebenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unterschiedliche Einstellungen gegenüber Homosexuellen.

Einerseits schützen rechtliche Rahmenbedingungen in unserem Land Homosexuelle vor Ausgrenzung und sanktionieren Gewaltstraftaten, andererseits zählen diskriminierende Äußerungen wie "schwule Sau" zu Alltagserfahrungen von vielen Menschen.

Die finanzielle Ausstattung unseres Projekts reicht seit Jahren nicht mehr dazu aus, um unsere Öffentlichkeitsarbeit auf die Veränderungen der Stadt und der Szenen angemessen auszurichten. Die Stadt wie auch die schwulen Szenen haben in den letzten Jahren Veränderungen erlebt. Dazu beigetragen haben Zuzug, Migration und Tourismus.

Wir erfahren in unserer Arbeit, dass viele Betroffene, sowohl Opfer als auch Zeugen von Gewalttaten, weder unsere Angebote noch unsere Arbeit kennen. Daraus folgt, dass viele Betroffene weder den Weg zu uns, noch zur Polizei finden. Deshalb zielt unsere Informationskampagne darauf, Wissen über unsere Arbeit und unsere Angebote zu verbreiten. Die letzte große "Aufmerksamkeitskampagne", die Maneo durchgeführt hatte, erfolgte vor nunmehr 10 Jahren.

Ab 2006 wollen wir für die Dauer von 3 Jahren eine Informationskampagne in Berlin beginnen, die gezielt schwulenfeindlichen Gewalt zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit führt. Wir richten einerseits den Blick auf die schwulen Szenen und machen die Angebote von Maneo bekannt. Über die gesamte Breite der Szenen wird dafür geworben, Gewalt und Diskriminierung nicht zu akzeptieren und Fälle zu melden.

Wir informieren über Aufgaben und Ziele von Maneo. Wir berücksichtigen, dass sich unter den Besuchern und Nutzern der Szeneangebote viele Touristen befinden. Deshalb werden wir Informationsmaterial in mehreren Sprachen verbreiten. Andererseits richten wir den Fokus auf die allgemeine Öffentlichkeit und sorgen dafür, dass schwulenfeindliche Gewalt sichtbar und verurteilt wird.

Wir wenden uns dabei sowohl an die in Berlin lebende Öffentlichkeit und vermitteln, dass errungene bürgerliche Freiheiten geschützt werden und deshalb schwulenfeindliche Gewalt keinen Platz in unserer Mitte hat. Wir wenden uns außerdem an Berlin-Besucher und verdeutlichen, dass Berlin eine tolerante und weltoffene Stadt ist, wo Ausgrenzung und Gewalt von homosexuellen Männern nicht akzeptiert wird. Weil Berlin 2006 aufgrund der Fußballweltmeisterschaft im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit steht, erhält Berlin hier eine herausragende Chance, diese Ziele offensiv zu vertreten.

Die vorgesehene Förderungsdauer unserer Kampagne erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Maßnahme soll im April 2006 beginnen und im März 2009 abgeschlossen sein. Es ist Ziel unserer Kampagne, einzelne Projektbausteine, die mit Hilfe unserer Kampagne begonnen und umgesetzt werden können, durch Gewinnung neuer Sponsoren und neuer Partner zu optimieren und gleichsam über den geförderten Zeitraum hinweg fortzusetzen.

Zu den Projektbausteinen zählen u.a.: Erstellung von Informationsmaterial für die schwulen Szenen, Pressearbeit und Anzeigen in schwulen Medien, Aktionen zur Wahrnehmungssteigerung von Maneo, Veranstaltungen und Öffentliche Diskussionsforen, Publikationen und eine Umfrage zur schwulenfeindlichen Gewalt in Berlin.

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DKLB Maneo